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| Straßenwärter Klaus Bauer an seinem Winter-Arbeitsplatz: Hinter dem Steuer seines Schneepflugs. |
Montagabend, 20.30 Uhr, Autobahnausfahrt
Mitterteich-Nord. Klaus Bauer drückt den "Joystick" leicht nach vorne.
Das fünf Meter breite Schneeräumschild vor dem Laster senkt sich. Der
Brummi rollt los, Funken fliegen. Über Funk sagt er dem Kollegen im
Pflug vor ihm Bescheid. Während das Radio leise vor sich hin dudelt,
fährt das Gespann auf die Autobahn. Bauer kann die Gesichter der
Autofahrer nicht sehen, aber er weiß, dass sich nur die wenigsten
freuen, einen Schneepflug vor sich zu haben.
Konstant 45 Sachen
Die A93 ist dicht. An den orangen Lastern kommt keiner mehr vorbei.
Soll auch keiner. Die Pflüge fahren versetzt, mit 50 Metern Abstand.
Dazwischen bildet sich zwangsläufig ein Schneewall. Schon viele
Autofahrer haben sich beim Versuch zu überholen in Lebensgefahr
gebracht. Diesmal probiert es nur einer.
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| Die Autobahn ist dicht: Im Gespann sorgen die beiden Schneepflüge dafür, dass die Bahn wieder frei ist. Derweil müssen sich die Autofahrer dahinter gedulden. |
Konstant 45 Stundenkilometer zeigt die
Tachonadel, während der Truck Unmengen an Schnee auf die Seite
schiebt. Ein Display neben dem Straßenwärter zeigt die Salzmenge an:
25 Gramm pro Quadratmeter schleudert der Drehteller am Heck auf die
Fahrbahn. Die Autoschlange hinter den Räumfahrzeugen hat jetzt sogar
einen Vorteil. Die Autos zermahlen das Salz, es wirkt so schneller.
Bauer ist seit elf Jahren bei der Autobahnmeisterei. Winterdienst sei
zwar nicht der angenehmste Teil der Arbeit, aber es gebe Schlimmeres.
Gelassen steuert er das riesige Fahrzeug. "Es ist gut, wenn man mehr
Abstand halten kann. Da ist es nicht so anstrengend."
Er freut sich, dass ausnahmsweise kein Auto mehr versucht, zwischen
den Pflügen durchzukommen. "Wenn sich der erste in der Schlange nicht
traut, sind die anderen zwangsläufig auch vernünftig." Es gibt das
Gerücht, dass so manch eiliger Autofahrer schon mit Salz "beschossen"
wurde. Tatsächlich gibt es eine Funktion, mit der die ausgeworfene
Salzmenge schlagartig erhöht werden kann. Sie ist aber dazu da, um
besonders glatte Stellen besser zu salzen. Bauer nutzt diese
scheinbare "Wunderwaffe" nie. "Unsinnig", sei das. Wenn es einem
Autofahrer zu sehr pressiert, schließt er zu seinem Kollegen auf. Ein
Durchkommen ist dann nicht mehr möglich. Mit Boshaftigkeit hat das
nichts zu tun. Eher mit der Sicherheit der Autofahrer. Nur wenige sind
sich der Gefahren beim Überholen bewusst.
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| Edwin Siegl hat den Überblick: Das Wetterradar zeigt ihm, worauf er sich einstellen muss. |
21 Uhr: Die Pflüge fahren in den Betriebshof der
Meisterei bei Windischeschenbach ein. Salz laden. Der Chef wartet
schon. Bauer soll noch mal bis Mitterteich fahren, der Kollege im
Süden helfen, zwischen Luhe bis Windischeschenbach. Zwei Räumfahrzeuge
sind derweil schon im Norden, zwischen Mitterteich und Marktredwitz im
Pendelverkehr unterwegs.
Sieben Tonnen Salz
Schnell sind die sieben Tonnen Salz und 2000 Liter Sole aufgefüllt.
Das Räumschild rumpelt, als der Brummi den Hof keine 15 Minuten später
wieder verlässt.
Auf dem Weg zurück wird der Straßenwärter nur bis Falkenberg kommen.
Zwei Laster sind dort ineinander gefahren. Bauer muss Erste Hilfe
leisten und die Unfallstelle sichern - keine ruhige Nacht. Und am
nächsten Morgen ist er schon wieder am Schneeräumen - diesmal
allerdings vor dem eigenen Grundstück in Neuhaus.





