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Der Straßenwärter 

Jakob arbeitete als Straßenhüter. Man sagte auch Straßenwärter.

Er hat ständig, bei allem Wind und Wetter, längs der Straßen gehackt und geschaufelt. Er hat dafür gesorgt, dass das Regenwasser gut in den Straßengraben ablaufen konnte. Er hat die schiefen Rinnen des Straßenrandes immer sauber halten. Wenn ein Gewitter manchmal feinen Sand darin abgesetzt hatte, dann hat Jakob ihn sofort wieder weggeschaufelt. Auch einen Stein oder einen heruntergefallenen Ast hat er in den Rinnen nicht geduldet.

Wenn sich ein Schlagloch in der Straße gebildet hatte, hat Jakob schnell Schlackensteine hinein geleert und fest darauf getrampelt und gestampft. Die Schlacken wurden waggonweise per Eisenbahn vom Hochofen von Hagondange geliefert. Damals mussten die Bauern noch Fronarbeiten verrichten, anstatt Steuern zahlen: sie mussten die Schlacken an der Verladungsrampe vom Bitscher Bahnhof aufladen und an den Straßenränder in kleine Häufchen abladen. Der Straßenarbeiter fuhr die Schlacken nachher mit seiner eisernen Schubkarre an die richtigen Stellen und er verteilte sie dort. Auf die gefüllten Löcher hat er mit einem alten, klebrigen Eimer ein bisschen schwarzen Teer geschüttet und noch eine dünne Schicht Kieselsteine obendrauf gestreut. Das konnte er aber nur im Sommer vollführen, wenn der Teer flüssig geworden war.

Das Gras, das am Straßenrand wuchs, durfte der Straßenwärter für seinen Viehbestand benutzen. Abends, wenn er mit dem Fahrrad nach Hause fuhr, hat er oft einen Sack Grünes für seine Hasen auf dem Gepäckträger mitgenommen.

Anfangs Juli mähte er sogar den ganzen Straßenrand und er machte Heu. Er hat es dann in großen Grastüchern zusammen gebunden, die er umeinander mit seiner vierrädrigen Ziehkarre heimgeschleppt hat.

Im Winter lichtete er die Äste der Bäume, und längs der Böschungen schnitt er die Hecken kurz. Und wenn Wurzeln ausschlugen, hackte er sie mit einer schweren Hacke, die zum ausrotten diente, aus.

So war der Straßenwärter das ganze Jahr hindurch beschäftigt.

 




 

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