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Einkommensrunde 2008 im Geltungsbereich des TVöD:
Tarifverhandlungen in der
fünften Verhandlungsrunde gescheitert
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Einkommensrunde 2008 im Geltungsbereich des TVöD:
Unsere Forderung lautet: 200 plus 8 für 2008
Verhandlungen gescheitert!
Kein Kuhhandel, keine Kopplungsgeschäfte
Kein Kuhhandel! Keine
Kopplungsgeschäfte! Das war die Position der dbb
tarifunion von Anfang an. Und das ist sie auch jetzt
noch, nachdem Bund und Kommunen fünf Runden lang echten
Verhandlungen aus dem Weg gegangen sind. Die Gegenseite
hat auch nach der fünften Verhandlungsrunde am 6./7.
März 2008 kein neues Angebot vorgelegt. Sie hat sich
maximal darauf eingelassen, dieses in Aussicht zu
stellen, wenn die Gewerkschaften
ihre Vorstellungen zu einer Erhöhung der wöchentlichen
Arbeitszeit akzeptierten. Am Ende haben sich die
Arbeitgeber in die Schlichtung geflüchtet.
Die Verhandlungen sind gescheitert.
Die Arbeitgeber haben die Schlichtung angerufen und
zugleich die Arbeitszeittarifverträge gekündigt.
Wann,
wenn nicht jetzt?
Aktuell geht es nach langen Jahren wieder einmal um eine
Einkommenserhöhung für die Beschäftigten. Und um sonst
nichts!
Die Beschäftigten haben Nullrunden und eine langjährige
Modernisierung des Tarifrechts hinter sich. Aktuell
wollen und brauchen die Kolleginnen und Kollegen einfach
mehr Geld. Die Streiks und Demonstrationen haben
bundesweit eindrucksvoll belegt, dass sie es ernst
meinen. Am Tariftisch und in zahlreichen Aktionen ist es
immer wieder vorgetragen worden. Aber scheinbar ist es
noch nicht überall angekommen:
In den letzten Jahren haben die Kolleginnen und Kollegen
Verzicht geübt. In den unteren Einkommensbereichen
ist die Decke mittlerweile einfach zu kurz geworden. Sie
deckt die Bedürfnisse und Notwendigkeiten längst nicht
mehr ab. Wir verhandeln hier nicht um Sahnehäubchen.
Aktuell floriert die Wirtschaft, fließen die
Steuereinnahmen. Wann, wenn nicht jetzt, soll eine
spürbare Beteiligung der öffentlich Beschäftigten
möglich sein?
Die hohe Beteiligung bei den
abgelaufenen Arbeitskampfmaßnahmen zeigt die massive
Zustimmung bei den Beschäftigten zu den Forderungen der
dbb tarifunion. Danach erwarten die Beschäftigten eine
deutliche Erhöhung der Gehälter. Nach vier Jahren ohne
Einkommenssteigerungen sind die Forderungen von acht
Prozent, mindestens jedoch 200 Euro mehr im Monat,
angemessen.
Damit ist die Arbeitgeberseite am Zug, ihr Minusangebot
zu verbessern, bevor von den Gewerkschaften
Zugeständnisse eingefordert werden können. Gestützt wird
dies dadurch, dass die Bevölkerung in ganz überwiegendem
Maße Rückendeckung,
Akzeptanz und Verständnis für die Warnstreikaktionen der
letzten Zeit gezeigt hat.
Damit geht die dbb tarifunion gestärkt in das kommende
Schlichtungsverfahren.
Belastet werden die weiteren Gespräche dadurch, dass die
Arbeitgeber die tariflichen Arbeitszeitbestimmungen
gekündigt haben. Dieser Schritt dient einzig dazu, durch
Arbeitszeitverlängerungen die von den Gewerkschaften
geforderte Einkommensverbesserung finanzieren zu können.
Dies wurde durch die dbb tarifunion nachdrücklich
kritisiert.
Trotz der starren Haltung zeigten die Warnstreikaktionen
der letzten Wochen Wirkung.Die hohe Streikbereitschaft
unter den Beschäftigten und die breite Akzeptanz in der
Bevölkerung machten deutlich, dass die Beschäftigten im
äußersten Falle
auch vor einem Vollstreik nicht zurückschrecken würden.
Im Laufe der Verhandlungen verfestigte sich der
Eindruck, dass sich die Arbeitgeber vor weiteren
Streikmaßnahmen in die Schlichtung „flüchten“ wollten.
Damit bleibt abzuwarten, ob im
Schlichtungsverfahren eine zufriedenstellende Regelung
erzielt werden kann. Sollte es hier nicht gelingen, den
berechtigten Forderungen der Beschäftigten Rechnung zu
tragen, werden die Gewerkschaften nicht umhin kommen,
die bislang als Warnstreikaktionen durchgeführten
Aktionen bis hin zu einem Vollstreik auszudehnen.
Dann liegt es an jedem Beschäftigten, seine Interessen
durch die Teilnahme am Arbeitskampf zu unterstreichen.
Arbeitszeitverlängerung schadet allen
Mit der angestrebten
Arbeitszeitverlängerung wird von den Arbeitgebern das
Gegenteil angestrebt.
Sie macht aus einer Einkommenserhöhung ein simples
Tauschgeschäft: Zeit gegen Geld. Die
Bundestarifkommission
(BTK) der dbb tarifunion hat diesem Deal am 7. März 2008
eine Absage erteilt.
Folgende Gründe waren für die BTK maßgebend:
Weitere Arbeitszeitverlängerung führt
zu weiterem Stellenabbau. Wer kann das wollen?
Weitere Arbeitszeitverlängerung führt
zu weiterer Arbeitsverdichtung. Da stellt sich
insbesondere auch die Qualitätsfrage. Weitere
Arbeitszeitverlängerung führt aber auch zu einer
Überbelastung der Beschäftigten. Schon heute ist für die
meisten Straßenwärter, Busfahrer und die meisten
Krankenschwestern die Belastung dermaßen hoch, dass sie
nicht bis zum 65. Lebensjahr im Beruf bleiben können. Es
darf aber nicht sein, dass die Kolleginnen und Kollegen
verbrannt werden. Deshalb lehnt die dbb tarifunion jedes
Junktim zwischen Arbeitszeit und Einkommenserhöhung
grundsätzlich ab.
Gute
Argumente, hohe Geschlossenheit
Nun mag es zwar so sein, dass die
Tarifparteien jetzt in die Schlichtung gehen, aber sie
gehen dort auch wieder heraus. Die dbb tarifunion hofft,
dass die Schlichter weiterhelfen können. Aber Argument
bleibt Argument und Geschlossenheit bleibt
Geschlossenheit!
Unsere Argumente für mehr Einkommen sind gut und auch in
der Bevölkerung angekommen. Unsere Geschlossenheit ist
groß, am Tariftisch, aber genauso auch in den Betrieben
und auf der Straße.
Wir sind verhandlungsbereit. Wir nehmen auch die
Schlichtung sehr ernst. Aber wir sind auch kampfbereit
und entschlossen. Und deshalb sagen wir:
Kein Kuhhandel! Keine
Kopplungsgeschäfte!
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