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Statistisch gesehen steht jeder
Autofahrer im Jahr knapp 60 Stunden im Stau. Der Grund dafür ist aber
nicht nur erhöhtes Verkehrsaufkommen z.B. in der Ferienzeit, sondern
auch Baustellen. Vor allem so genannte "Baustellen von kürzerer
Dauer", die notwendig sind, um Unfallschäden zu beseitigen oder
Grünschnittarbeiten durchzuführen, behindern öfters den Berufsverkehr.
Dabei ist das oberste Gebot bei der Planung und Einrichtung der
Baustellen eigentlich, Staus zu verhindern.
Jede Autobahnmeisterei kümmert sich um rund 80 Kilometer Autobahn. Der
Leiter der Meisterei kann mit Hilfe eines Computers sehen, wie hoch
das Verkehrsaufkommen an den zu bearbeitenden Stellen in den letzten
Tagen und Wochen war. Wenn man die Nacht ausnimmt, ist zwischen 09:00
und 14:00 Uhr das geringste Verkehrsaufkommen zu beobachten. Bei der
Planung müssen zusätzlich aber Faktoren wie Spiele der
Fußball-Bundesliga, Messen oder große Konzerte einbezogen werden. Wird
die Tagesbaustelle dann genehmigt, beginnt für die Straßenwärter der
Autobahnmeisterei die gefährliche Arbeit.
Da der häufigste Grund für Tagesbaustellen beschädigte Schutzplanken
auf dem Mittelstreifen sind, muss meistens die linke Autobahnspur
gesperrt werden. Dafür werden die nachfolgenden Fahrzeuge eingebremst
und mit einem großen Leuchtpfeil aufgefordert, die Spur zu wechseln.
Wenn die Baustelle eingerichtet und gesichert ist, kommen die Arbeiter
von privaten Reparaturunternehmen und beginnen mit den
Ausbesserungsarbeiten. Dabei ist immer größte Eile geboten, damit der
Verkehr nicht unnötig behindert wird. Auf diese Art und Weise werden
zwei bis drei Unfallstellen pro Tag von einer Autobahnmeisterei
repariert.
Dauern die Reparaturarbeiten voraussichtlich länger, oder wäre der zu
erwartende Rückstau zu groß, wird die Tages- zur Nachtbaustelle.
Dadurch wird der Verkehrfluss weit weniger gestört und den Arbeitern
steht mehr Zeit zur Verfügung. Leider kommt es dabei immer wieder zu
schweren Unfällen mit Todesfolge. Trotzdem werden immer mehr
Reparaturen in die Nacht verlegt.