Thema des
Monats Januar 2005 der Landesunfallkasse Nordrhein-Westfalen
Straßenwärter in NRW –
Von der gefährlichen Arbeit für unsere Sicherheit zu sorgen
- Die Arbeit der
Straßenwärter
- Das Unfallgeschehen im
Straßenbetriebsdienst durch Fremdverschulden
- Was ist zu tun?
1. Die Arbeit der Straßenwärter
Wir alle, die wir auf Autobahnen und
Bundes- oder Landesstraßen in Nordrhein-Westfalen unterwegs sind
kennen sie: Die ca. 2500 Männer und Frauen in orange-roter
Warnkleidung – die Straßenwärter des Landesbetriebes Straßenbau
NRW aus 56 Straßenmeistereien und 29 Autobahnmeistereien. Von
vielen Verkehrsteilnehmern werden die Straßenwärter in einer
Zeit, in der unser Alltag im Straßenverkehr beruflich - und
manchmal auch privat - von Hektik, Termindruck und überfüllten
Straßen geprägt ist, jedoch vorwiegend als Störenfriede,
Stauverursacher oder Hindernisse wahrgenommen. Dabei fehlt es
oft am Bewusstsein, dass es ohne sie nicht geht, dass ohne ihre
wichtige Arbeit die Straßen nicht sicher befahrbar wären, der
Verkehr noch mehr stocken würde und irgendwann vollständig zum
Erliegen käme. In den wenigen Augenblicken der Vorbeifahrt an
ihren Arbeitsstellen wird selten realisiert, was die
Straßenwärter gerade alles für uns tun:
Sie
kontrollieren im Einsatz als Streckenwarte ein
Straßennetz von ca. 19.000 Kilometern in
Nordrhein-Westfalen und führen dabei kleinere
Reparaturen durch. |
Sie bergen Tierkadaver und Gegenstände von der Fahrbahn.
Gegenstände, die z. B. mangels Ladungssicherung von LKW
herabfallen, manchmal einfach aus Fahrzeugen heraus
geworfen werden oder auch einfach am Fahrbahnrand oder
auf Parkplätzen „entsorgt“ werden. Es gibt fast nichts,
was ein Straßenwärter nicht schon von der Straße
aufgesammelt hätte. |
Sie
pflegen das Straßenbegleitgrün, mähen Seitenstreifen,
schneiden Bäume und Sträucher, damit wir freie Sicht und
freie Fahrt haben und ein gepflegtes ökologisches
Straßenumfeld gewährleistet ist. |
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Sie
beseitigen durch Sturm oder Schnee gebrochenes Gehölz,
damit es uns als Verkehrsteilnehmer nicht gefährdet.
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Sie
sichern Unfallstellen, beseitigen Unfallschäden, streuen
Ölspuren ab, richten Umleitungen ein. |
Sie
sorgen durch ihren Einsatz im Winterdienst dafür, dass
die Fahrbahnen geräumt und gestreut werden. |
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Dass diese Arbeiten nicht immer ohne
Beeinträchtigung des Verkehrsflusses von statten gehen können,
muss jedem einleuchten. Dennoch werden Straßenwärter bei ihrer
Arbeit von Verkehrsteilnehmern, die sich dadurch behindert
fühlen regelmäßig beschimpft, manchmal auch angespuckt oder mit
Gegenständen beworfen.
| 2. Das Unfallgeschehen im
Straßenbetriebsdienst durch Fremdverschulden
Die
zahlreichen Aufgaben der Straßenwärter sind mit einer
Vielzahl von Unfall- und Gesundheitsgefahren verbunden.
Straßenwärter gehen mit gefährlichen Maschinen (z. B.
Motorkettensägen) um, sind Lärm und Gefahrstoffen ausgesetzt
und müssen sich oft in unwegsamem Gelände und Böschungen
bewegen. Nicht zuletzt aber müssen sie einen Großteil ihrer
Aufgaben unmittelbar neben dem fließenden Verkehr erledigen.
Und dieser birgt ein besonderes Risiko in sich. Die folgende
Grafik zeigt das Unfallgeschehen durch Fremdverschulden,
also die sich jährlich ereignenden Unfälle, bei denen
Straßenwärter in Nordrhein-Westfalen durch andere
Verkehrsteilnehmer einen Arbeitunfall erlitten haben.
Straßenbetriebsdienst NRW - Fremdverschuldete Arbeitsunfälle

Quelle: Unfallstatistik des Landesbetriebes Straßenbau NRW
Die Statistik ist bedrückend. In den
vergangenen elf Jahren ereigneten sich in
Nordrhein-Westfalen pro Jahr durchschnittlich 28
Arbeitsunfälle auf Autobahnen, Bundes- und Landesstraßen,
bei denen Straßenwärter durch Verschulden anderer
Verkehrsteilnehmer verletzt wurden. Durch solche Unfälle
verloren seit 1993 fünfzehn Straßenwärter in
Nordrhein-Westfalen bei der Ausübung ihres Berufs ihr Leben.
Die Ursachen sind vielfältig und doch immer wieder die
gleichen. Wir erleben sie täglich im Straßenverkehr.
Geschwindigkeitsbeschränkungen vor den Arbeitsstellen werden
ignoriert, Überholverbote nicht beachtet,
Sicherheitsabstände nicht eingehalten, Absperrungen an
Arbeitsstellen missachtet. Ablenkungen durch verbotenes
Telefonieren am Steuer sind an der Tagesordnung. Als
aufmerksamer Beifahrer kann man mitunter auch Zeitung
lesende Fahrzeugführer beobachten. |
3. Was ist zu tun?
Bei der Arbeit der Straßenwärter ist eine
Vielzahl von Unfallverhütungsvorschriften und Regeln für
Sicherheit und Gesundheitsschutz zu beachten. Ein gesondertes
Regelwerk - die „Richtlinien für die Sicherung von
Arbeitsstellen an Straßen“ (RSA) - gibt detailliert die
erforderlichen Maßnahmen vor, die den Arbeitsplatz auf der
Straße sicher machen sollen. Zum Schutz der Verkehrsteilnehmer
und zum Schutz derjenigen, die auf der Straße für uns alle
arbeiten.
Die Landesunfallkasse berät den
Landesbetrieb Straßenbau NRW bei der Umsetzung dieser
Vorschriften und überwacht deren Einhaltung. Ein Stab von vier
Sicherheitsingenieuren im Landesbetrieb Straßenbau NRW
unterstützt die Bemühungen aller Verantwortlichen im
Straßenbetriebsdienst um Optimierung von Arbeitssicherheit und
Gesundheitsschutz. Die Arbeitsstellen der Straßenwärter werden
mit großem Personal- und Materialaufwand gesichert. Doch eine
noch so aufwändige und vorschriftsmäßige Sicherung durch
Beschilderungen, Blinkleuchten, Absperrungen und auffällig
gekennzeichnete Sicherungsfahrzeuge kann einen Straßenwärter
nicht vor einem PKW oder LKW schützen, der mit hoher
Geschwindigkeit in eine Arbeitsstelle hinein fährt.
Daher unser Appell:
- Nehmen Sie bitte Rücksicht auf die
Arbeit der Straßenwärter!
- Beachten Sie bitte die
Geschwindigkeitsbeschränkungen an Baustellen!
- Werfen Sie bitte keine Gegenstände aus
dem Fahrzeug!
- Halten Sie bitte ausreichenden Abstand
zu Leitkegeln und Leitbaken!
- Denken Sie bitte daran:
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Hinter
diesem
Verkehrszeichen
arbeiten
Menschen!
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Weitere Informationen zu den Aufgaben des
Landesbetriebes Straßenbau NRW finden Sie unter
www.strassen.nrw.de
Christian Fritsch, Landesunfallkasse
NRW
Michael Höhne, Ltd. Sicherheitsingenieur des Landesbetriebes
Straßenbau NRW
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