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Straßenwärter:
Fuß vom Gas, für die Männer in Orange
dbb regional magazin | Mai 2011
Schon vor über 100 Jahren gab es Straßenwärter, die Straßen gebaut
und Wege angelegt haben.
Nur war die Gefährlichkeit dieses Berufes damals wesentlich
geringer. Heute riskieren die Straßenwärter für uns Autofahrer ihr
Leben und werden dafür oft auch noch beschimpft. Das Risiko als
Straßenwärter zu verunfallen, ist 13 mal höher als in anderen
gewerblichen Berufen. Dennoch lieben die meisten Straßenwärter ihren
Beruf und sind mit Engagement bei der Sache, wenn es etwa darum
geht, wie im vergangenen Winter die Strecken von Eis und Schnee zu
befreien.
So werden Verkehrsflächen regelmäßig auf ihren Zustand geprüft und
Gefahrenquellen wie Schlaglöcher, verblasste Verkehrszeichen und
Markierungen oder ausgefahrene Straßenränder festgestellt und
beseitigt. Im Frühjahr und Sommer gehört die Grasmahd an
Seitenstreifen und Böschungen genauso zum Arbeitsalltag wie im
Winter der Räum- und Streudienst, bei den Kollegen der
Autobahnmeistereien rund um die Uhr.
Ganzjährig beschäftigen sich die Straßenwärter mit
Baumpflegearbeiten und nach Wochenenden mit zerstörten Leitpfosten
durch Disko-Besucher.
Pro Jahr sterben in Deutschland acht bis zehn Kolleginnen und
Kollegen bei ihrer Arbeit, weil sich 80 Prozent der Autofahrer nicht
an die vorgeschriebene Geschwindigkeit an Baustellen halten.
Überdurchschnittliche Belastungen werden normalerweise mit der
Zahlung von Erschwernis- oder Gefahrenzulagen abgegolten.
Für Straßenwärter gab es diese bisher nicht. Bessere
Baustellenabsicherungen gehören seit langem zu den Forderungen des
VDStra., der Fachgewerkschaft, in der die meisten Straßenwärter
organisiert sind.

Rüttelschwellen vor Baustellen oder Winterdienstfahrzeuge mit
Blaulicht sind einige Ansätze in punkto Sicherheit.
Straßenwärter sind die Prügelknaben des staugenervten
Automobilvolkes. Die Männer in Orange putzen, mähen, reparieren,
sichern schreckliche Unfälle ab, trotzdem sind sie für viele ein
rotes Tuch. Sie werden angeschrien, beworfen und sogar bespuckt. Mit
den Jahren entwickelt man bei dieser Arbeit das richtige Gespür und
Gehör für die Gefahr.
Sobald der Straßenwärter hinter sich Reifen quietschen oder einen
ausgekuppelten Lkw-Motor aufheulen hört, weiß er: Er muss jetzt um
sein Leben rennen, muss so gut es geht Schutz suchen im Gebüsch
neben der Fahrbahn oder im Mittelstreifen. Ganz schnell, bevor es zu
spät ist.
Bundesweit sind es mehr als 25 000 Frauen und Männer, die sich
täglich um die Verkehrswege kümmern. Übrigens handelt es sich bei
dem Beruf des Straßenwärters um einen richtig „ordentlichen“
Ausbildungsberuf, an den aufgrund der zunehmenden Mechanisierung,
Technisierung, EDV-Ausstattung und Spezialisierung zunehmend hohe
Anforderungen gestellt werden.
Kofferraum auf, Müll raus, weiterfahren. Es scheint viele Menschen
zu geben, die diese Art der Abfallentsorgung an unseren Straßen
einfach praktisch finden. Sie denken nicht an mögliche Staus beim
Aufräumen des Unrates. Die Arbeiter auf Autobahn-, Bundes-, Landes-
und Kommunalstraßen können am wenigsten für Stopp and Go und
Stillstand.
Sie wollen schnell den Weg wieder freimachen. Und setzen dafür ihr
Leben aufs Spiel – für uns alle!
Wir sollten mehr daran denken!
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