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  Neue Ausbildungsmethode angehende Straßenwärter  
 

Alleenauftrag an Azubis (MAZ, 18.05.2004; Markus Kniebeler)

Neue Ausbildungsmethode für 30 angehende Straßenwärter

 

Für zwölf Linden an der L 17 zwischen Kleßen und Stölln war es der Anfang vom Ende. Nach einer Baumschau, an der gestern Mitarbeiter des Brandenburgischen Straßenbauamtes, der Unteren Naturschutzbehörde und des Naturschutzbundes teilnahmen, wurde die Fällung der kranken Bäume beschlossen.


Das ist an sich nichts Besonderes. Allerdings stellen die Umstände, unter denen die Fällung vonstatten gehen wird, ein Novum dar. Denn zum ersten Mal liegt die gesamte Organisation des Vorhabens in den Händen von Auszubildenden. 30 angehende Straßenwärter aus dem Land Brandenburg - es handelt sich um das komplette 2. Lehrjahr, das im Überbetrieblichen Ausbildungszentrum der Bauwirtschaft Friesack (ÜAZ) und dem dortigen Oberstufenzentrum (OSZ) geschult wird - werden die Fällung planen, ausführen und auch die Neuanpflanzung von zwölf Winterlinden in die Wege leiten.

Gestern fiel an dem etwa 200 Meter langen Streckenabschnitt unweit des Kleßener Sees der Startschuss für das Projekt. Die 30 Auszubildenden nahmen an der Baumschau teil und werden nun die erforderlichen Schritte für die Fällung einleiten. Es sei erwähnt, dass die Baumschau gestern nur simuliert war, um den angehenden Straßenwärtern den Ablauf einer solchen nahe zu bringen. Die eigentliche Entscheidung zur Fällung der Linden war bereits bei einer Baumschau im Herbst 2003 getroffen worden.

Neu an der ganzen Sache ist deren Komplexität. Wurden Lehrinhalte bislang einzeln vermittelt und trainiert - hier einen Baum beschneiden, dort einen neuen pflanzen - sind die Themen nun in dem groß angelegten Projekt vereint. Die Auszubildenden müssen im Vorfeld der Aktion die rechtlichen Grundlagen für die Fällung abklären, sie müssen die Arbeitsschritte abstimmen, die Technik auswählen und sogar die Kosten kalkulieren. Am Tag der Fällung werden sie nicht nur mit Motorsäge und anderer Technik operieren. Ihnen obliegt es außerdem, den Verkehr zu sichern und das Holz zu entsorgen. Auch die Ersatzpflanzung muss auf diese Weise vorbereitet werden. Am Ende des Ausbildungsblocks steht eine Selbsteinschätzung der eigenen Arbeitsleistung.

Bei Karsten Ziehm, Bauwart in der Straßenmeisterei Rathenow, laufen die Fäden des Projektes zusammen. "Die Ausbildung soll noch enger an die Realität angelehnt werden", sagt er. Ziel sei es, das selbstständige, eigenverantwortliche Arbeiten zu schulen. "Wie ein Baum ordnungsgemäß gefällt werden muss, das hat ein Straßenwärter immer schon gelernt", sagt Ziehm. "Aber wie aufwändig es ist, eine solche Fällung vor- und nachzubereiten, das erlebt er jetzt zum ersten Mal hautnah."

Anmerkung durch das OSZ:
Das Projekt wird von Seiten des OSZ durch Frau Vierjahn und Herrn Heyne und von Seiten des ÜAZ durch Herrn Schneider betreut.

 

 

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