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Kampf gegen den giftigen Bärenklau

 
 

Kampf gegen den giftigen Bärenklau

Bärenklau
 
Giftig: Ein Gärtner geht in Hannover gegen den Riesen-Bärenklau vor.
 


 

Münster - Der übermannshohe Riesen-Bärenklau mit seinen tellergroßen, weißen Doldenblüten ist eine Freude für das Auge. Für denjenigen, der die Finger nicht von ihr lassen kann, hält die Pflanze jedoch eine ätzende Überraschung bereit.

Denn der Giftstoff Furocumarin sitzt in Blüten, Blättern und Stängel und verursacht schon bei einer Berührung entzündliche Hautreaktionen. «Wenn dann noch die Sonne scheint, gibt es eine Reaktion, die wie ein starker Sonnenbrand ist - sogar mit Blasen», sagt Marianne Klug vom Pflanzenschutzdienst der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen in Münster.

Doch im Gegensatz zum Sonnenbrand kann die Berührung mit dem Bärenklau ein Leben lang sichtbar bleiben. Denn nach Angaben der Giftinformationszentrale Bonn können narbenähnliche dunkle Flecken zurückbleiben. «Zuerst entsteht ein Ekzem, das nach einigen Tagen oder Wochen abheilt und mit einer Braunverfärbung der Haut einhergeht», sagt Randolf Brehler, Hautarzt am Universitätsklinikum Münster. Wer mit der giftigen Pflanze in Berührung gekommen ist, sollte die oft rote und juckende Stelle sofort abwaschen und zum Arzt gehen.

Die auch als Herkulesstaude bekannte Riesenpflanze stammt aus dem Kaukasus. «Sie kam Ende des 19. Jahrhunderts nach Europa, weil sie in den Gärten als Zierpflanze eingesetzt wurde», sagt Pflanzenschutzexpertin Klug. Zudem sei sie als Fruchtpflanze für Honigbienen eingesetzt worden, da sie sehr viel Nektar liefere. «Sie ist wunderschön und so gemein», sagt Klug. Denn mittlerweile sei die giftige Staude ein großes Problem in ganz Europa: Natürliche Feinde werden ihrer nicht Herr und ihre bis zu 10 000 Samen verbreiten sich sehr weit.

Der Bärenklau ist häufig an Flüssen, Wegen und Schienen zu sehen. «Wenn sie am Gewässer stehen, breiten die Samen sich mit dem Wasser aus, und an einer Bahnstrecke können sie mehrere hundert Meter mit dem Wind fliegen, wenn ein ICE vorbeifährt», sagt Klug. Dabei hat die Deutsche Bahn mit der Beseitigung der Pflanze wenig Probleme: «Wir schneiden in der Regel nichts zurück, solange der Verkehr nicht beeinträchtigt wird, denn das Betreten von Bahnanlagen ist verboten und da hat niemand was zu suchen», sagt Bahn-Sprecher Jürgen Kugelmann.

Anders sieht es beim Landesbetrieb Straßen.NRW aus. Jeden Sommer rücken die Straßenwärter der übermannshohen Staude auf den Leib. «Diese Pflanzen können nicht mit einem Mähgerät entfernt werden, denn es lässt sich nicht vermeiden, dass dabei Stücke durch die Luft fliegen», sagt Andreas Roth, Sprecher des für den Straßenunterhalt zuständigen Betriebs. Mit Handschuhen, Schutzbrille und langärmeliger Kleidung schneiden die Mitarbeiter jede Pflanze einzeln. Anschließend wird der Bärenklau separat gesammelt und verbrannt oder zum Sondermüll gegeben - denn auch Schreddern oder Häckseln ist tabu. «Wenn einer unserer Straßenwärter trotzdem damit in Berührung kommt ist er ernsthaft krank», sagt Roth.

Die Herkulesstaude im eigenen Garten sollte jetzt entfernt werden, denn in dieser Zeit setzen die Samen an, rät Klug. Mit Handschuhen und langen Ärmeln geschützt, möglichst bei bedecktem Wetter oder in der Dämmerung, sollte der Gärtner eine Tüte über jede einzelne Blüte wickeln und diese dann abschneiden. Auch der Wurzelstock müsse aus der Erde geholt werden. «Sonst handelt man sich ein Riesenproblem ein», sagt sie. (dpa)
 

 


 

 

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