Berufsbild Strassenwärter

Straße und Beruf

Straßenwärter, ihr Berufsfeld und Berufsbild

Etwa 30.000 Straßenwärterinnen und Straßenwärter sind im Bundesgebiet in den Straßen- und Autobahnmeistereien und in den Bauhöfen der Kommunen beschäftigt. Der Straßenwärterberuf ist ein anerkannter Ausbildungsberuf im öffentlichen Dienst und in der privaten Wirtschaft. Das Berufsfeld wird mit Straßenbetriebsdienst, Straßenunterhaltung oder Straßen- und Verkehrswesen bezeichnet. Der Straßenwärterberuf hat eine lange Tradition, die bis in das Altertum zurückreicht. Während zunächst Söldner und Soldaten die Pflege der Verkehrswege wahrnahmen, waren es später die Chausseearbeiter und Wegemacher, bis schließlich Ende der sechziger Jahre des vorigen Jahrhunderts der Straßenwärterberuf als Ausbildungsberuf anerkannt wurde. Die Ausbildung dauert drei Jahre.

Aufgaben und Tätigkeiten (Kurzform)


Straßen, Autobahnen und Parkplätze sowie die dazugehörigen Grünflächen und Straßenbauwerke wie z.B. Brücken müssen regelmäßig kontrolliert, gewartet und instand gehalten werden, um die Verkehrssicherheit zu gewährleisten. Straßenwärter/innen stellen z.B. Gefahrenquellen wie Schlaglöcher, verblasste Markierungen oder bröckelnde Fahrbahnränder fest. Beschädigte oder abgenutzte Stellen setzen sie instand. Sie säubern verschmutzte Fahrbahnen, Leitpfähle oder Verkehrsschilder. Außerdem reinigen und warten sie Entwässerungseinrichtungen, stellen Verkehrszeichen auf, bessern Fahrbahnmarkierungen aus, schneiden Bäume und Sträucher zurück und mähen Grünstreifen. Zu ihren Aufgaben gehört auch das Absichern von Baustellen und Unfallstellen. Im Winter führen sie Räum- und Streudienste durch.

Straßenwärter/in Aufgaben und Tätigkeiten (Beschreibung)


Worum geht es?


Straßenwärter/innen kontrollieren Verkehrswege auf Schäden, warten sie und halten sie instand. Sie beseitigen Verschmutzungen, reparieren Fahrbahndecken, pflegen Grünflächen, reinigen und warten Entwässerungseinrichtungen, sichern Baustellen und Unfallstellen ab und stellen Verkehrsschilder auf. Im Winter übernehmen sie außerdem den Räum- und Streudienst.

Sicherheit als oberstes Gebot


Von der umsichtigen und sorgfältigen Arbeit von Straßenwärtern und -wärterinnen hängt die Verkehrssicherheit der Straßen ab. Straßenwärter/innen bessern Schäden schnell aus, halten Verkehrsschilder gut erkennbar und säubern Rastplätze. In orangefarbener Arbeitskleidung sind sie am Straßenrand tätig, während Fahrzeuge in geringer Entfernung an ihnen vorbeifahren. Im Winter streuen und räumen sie z.B. Straßen und Wege. Weil jederzeit Probleme auftreten können, arbeiten sie im Schichtdienst und haben oft unregelmäßige Arbeitszeiten.

Gute Straßen - gute Fahrt!


Von Straßen- und Autobahnmeistereien sowie Bauhöfen aus gehen oder fahren sie die Strecken ab, für die sie zuständig sind. Sie kontrollieren den Zustand von Fahrbahnen, Geh- und Radwegen, Rast- und Parkplätzen und prüfen Brücken, Tunnel, Unter- und Überführungen auf Verkehrssicherheit. Dabei stellen sie auch Verstöße gegen (Bau-)Vorschriften und Auflagen fest. Ist die Fahrbahnmarkierung verblasst? Kann man das Stoppschild nicht mehr richtig sehen, weil es von Laub verdeckt wird? Ist ein Riss oder ein Schlagloch im Asphalt entstanden? Straßenwärter/innen kümmern sich darum. Kleinere Schäden bessern sie selbst aus, indem sie z.B. Reparaturasphalt in ein Schlagloch schaufeln und ihn mit einem Stampfer verdichten. Bei größeren Schäden werden Fremdfirmen mit der Reparatur beauftragt. Auch Fahrbahnverschmutzungen durch ausgelaufenes Öl oder verlorene Ladung müssen schnell beseitigt werden. Bei Wind und Wetter sind Straßenwärter/innen im Freien unterwegs. Hierfür ist eine robuste Gesundheit erforderlich.

Selten werden Straßen für Reparatur- oder Baumaßnahmen komplett gesperrt. Um den Verkehrsfluss einigermaßen aufrecht zu erhalten, werden die Fahrzeuge lediglich um die Baustelle herumgeleitet. Deshalb müssen Straßenwärter/innen ihre Arbeitsstelle und sich selbst gut absichern: Sie tragen Warnkleidung und stellen Warnlampen, Warnbaken bzw. -kegel oder Absperrschranken auf. Zu ihren Aufgaben gehört auch das Absichern von Unfallstellen. Außerdem säubern sie Unfallorte z.B. von Ölspuren und beseitigen durch den Unfall entstandene Schäden. So ersetzen sie etwa beschädigte Leitplanken, Leitpfosten oder Schilder.

Markierungen und Schilder


Regelmäßig müssen Straßenmarkierungen erneuert werden. Straßenwärter/innen tragen die Farbe mit selbstfahrenden Markierungsmaschinen auf. Sie stellen Verkehrszeichen und -einrichtungen wie Ampeln auf und achten darauf, dass sie gut zu sehen sind. Außerdem tauschen sie beispielsweise die Glühbirnen von Ampeln aus und reinigen die Gläser. Auch Schutzplanken, Leitpfosten und Verkehrsschilder säubern sie. Insbesondere während der Tauperioden im Frühjahr oder in der Nähe von Baustellen verschmutzt alles sehr schnell. So ist viel zu tun, damit z.B. Leitpfosten stets einwandfrei reflektieren. Bei der Pflege des Straßenbegleitgrüns achten Straßenwärter/innen darauf, dass die Sicht auf Leitpfosten und Verkehrszeichen frei bleibt. Dazu mähen sie Grasflächen und schneiden Sträucher und Bäume zurück. Gelegentlich arbeiten sie in großer Höhe; sie müssen deshalb schwindelfrei sein.

Wasser und Eis


Besonders wichtig ist die Entwässerung der Verkehrswege, sonst kommt es auf Straßen zu Aquaplaning oder Straßen werden unterspült. Damit das Wasser gut abfließen kann, säubern Straßenwärter/innen die Entwässerungsrinnen neben den Fahrbahnen, öffnen die Regeneinläufe und leeren und säubern die Schmutzauffangeimer, die sich darin befinden. Dabei beseitigen sie auch kleinere Blockierungen oder tauschen defekte Rohre aus.

Bei winterlichen Bedingungen wie Schneefall oder Glatteis beginnt der Arbeitstag für Straßenwärter/innen schon sehr früh. Sie rüsten und beladen die Räumfahrzeuge und Streuautomaten oder bereiten Kleingeräte wie Schneefräsen für den Einsatz vor. Beispielsweise dosieren sie die Streumenge entsprechend der Witterungsverhältnisse, indem sie die elektronischen Steuerungseinrichtungen exakt einstellen, um die Umwelt so wenig wie möglich zu belasten. Selbst bei stärkstem Schneefall und spiegelglatten Straßen rücken sie aus, um die Straßen zu räumen. Dann müssen sie bei jedem Schritt oder Fahrmanöver besonders vorsichtig sein, um Unfälle zu vermeiden.

Aufgaben und Tätigkeiten im Einzelnen


Straßenwärter/innen haben folgende Aufgaben:

Arbeitsabläufe planen und kontrollieren

Arbeitsstellen einrichten, absichern und räumen

  • Geräte, z.B. zur Fahrbahnmarkierung, zum Schneiden von Bäumen, zum Ausführen von Teerarbeiten sowie Materialien und Warngeräte zur Arbeitsstelle transportieren
  • Warngeräte zur Absicherung aufstellen und Fahrzeuge zum Schutz der im Verkehrsraum arbeitenden Straßenwärter/innen mit Sicherheitskennzeichnungen versehen


Unfallstellen absichern

  • die notwendigen Verkehrszeichen und Absperreinrichtungen aufbauen
  • Unfallmeldungen erstellen und ggf. Erste Hilfe leisten
  • Unfallstellen räumen


im Winterdienst Streugut zusammenstellen und z.B. mit Kraftfahrzeugen, die mit Streuautomaten und Schneepflügen ausgerüstet sind, aufbringen

Bau- und Instandhaltungsmaßnahmen an Bauwerken und Straßen durchführen

  • Straßen, Parkplätze, Rad- und Gehwege sowie Brücken regelmäßig auf ihren Zustand kontrollieren
  • Baumaterialien auswählen, prüfen und lagern
  • Bau- und Bauerhaltungsmaßnahmen im Mauer- und Stahlbetonbau an Bauwerken durchführen
  • Bau- und Instandhaltungsmaßnahmen im Tiefbau an Straßen und Straßennebenanlagen durchführen, z.B. Schäden durch Einbringen von bituminösem Mischgut beheben
  • Fahrbahnmarkierungen auftragen bzw. ausbessern


Grünflächen anlegen und pflegen

  • Grasschnittarbeiten an fahrbahnnahen Grasflächen durchführen
  • Sträucher und Bäume pflanzen, pflegen, kontrollieren, fachgerecht zurückschneiden und ggf. fällen


Verkehrszeichen und Verkehrseinrichtungen anbringen und warten

  • Verkehrszeichen aufstellen und sicher befestigen
  • Lichtzeichenanlagen warten, Störungen beseitigen, Glühbirnen in regelmäßigen Abständen austauschen und Gläser reinigen
  • Verkehrssicherungs- und Telematiksysteme kontrollieren und die Behebung eventueller Störungen veranlassen


Entwässerungseinrichtungen reinigen und instand halten

  • Entwässerungseinrichtungen der Straßen warten und reinigen, damit Oberflächenwasser von den Fahrbahnen abfließen kann
  • kleinere Schäden beseitigen, z.B. Blockaden beseitigen, defekte Rohre austauschen