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Reifs Kollege Uwe
Zimmermann kontrolliert „sein“ Fahrzeug vor dem Ausrücken.
Er ist einer der Mitarbeiter der Bautzener
Straßenmeisterei, die in diesen Tagen jede Menge Arbeit
haben. Foto: SZ/Uwe Soeder |
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Reif und Co. sorgen für freie Fahrt
Die SZ begleitete Bautzener Straßenwärter bei
einer Schicht auf dem Schneepflug
Von Miriam Schönbach
Joachim Reif drückt auf den grünen Knopf. Langsam senkt sich der
Schneepflug. Ein kurzer Ruck geht durch den Unimog. Krachend setzt der
Riesenschneeschieber auf. Schon nach einigen Metern fliegt der
wässrig-graue Schnee von der Straße im hohen Bogen auf die fast völlig
weißverschneiten Felder rund um Gnasch witz.
„Schon zum zweiten Mal fahre ich heute hier lang“, sagt der
Straßenwärter und konzentriert sich auf seine Tätigkeit. Die Straßen
sind eng, der frische Schnee macht sie glatt, große Flocken behindern
die Sicht. „Uns geht es auch nicht anders als den normalen Autofahrern“,
sagt er. Der Schneeschieber frisst sich Meter für Meter durch den
Schnee, das angefeuchtete Streusalz ist für die Reste zuständig. Zurück
bleibt eine nass-schwarze Straße mit ein paar weißen Flecken. In der
Ferne liegen die Häuser von Schwarznaußlitz träumerisch unter einer
Schneehaube. Dafür hat der Mitarbeiter der Straßenmeisterei Bautzen
keinen Blick.
Es rumpelt einmal kurz. „Da stand ein Gullydeckel wohl etwas hoch“, sagt
der Fahrer. Der Schneeschlick hinterlässt auf den unberührten Feldern
schmutzige Spuren. Ein paar Schlungwitzer treten zurück, als Joachim
Reif im Schritttempo mit Rundumleuchte an ihnen vorbeifährt. Trotzdem
landen auf den frisch geräumten Fußwegen Teile des weggeschobenen
Matsches. „Das bleibt leider nicht aus, aber irgendwohin muss der
Schnee“, sagt der Bautzener. Das Schneegestöber nimmt wieder zu.
„In diesem Gebiet ist der Winterdienst relativ gut zu bewältigen“, sagt
Joachim Reif. Seit elf Jahren arbeit er für die Bautzener
Straßenmeisterei. Früher ist er die Straßen rund um den Wurbis-Berg im
Oberland abgefahren. „Da bleiben des Öfteren mal Lkw hängen, weil sie
nicht hoch kommen. Da geht dann nichts mehr“, sagt der Chef der
Straßenmeisterei Johannes Kurze. Auch in Crostau gibt es beim Räumen
wegen der Berge immer mal wieder kleine Probleme.
Doch im Bedarf arbeiten die Straßenwärter auch rund um die Uhr. Bei
normalem Winterwetter kommt die erste Schicht jedoch um drei Uhr nachts,
die zweite um ein Uhr mittags.
„Wir betreuen rund 320 Kilometer Bundes-, Staats- und Kreisstraßen
zwischen Königswartha im Norden und der tschechischen Grenze im Süden“,
sagt der Straßenmeister Johannes Kunze. Zwischen Bautzen, Großpostwitz,
Kirschau und Wilthen hat Joachim Reif seinen Zuständigkeitsbereich. „An
normalen Tagen fahre ich rund 90 Kilometer. Heute waren es 175“, sagt
der 52-Jährige, der um kurz vor zwölf mit ein paar Flöckchen zum letzten
Mal auf den Hof der Straßenmeisterei fährt.
Dreimal musste er während seiner Schicht, die um drei Uhr begann, sein
Fahrzeug mit Salz neu beladen. Rund 1 500 Tonnen davon benötigt die
Bautzener Straßenmeisterei in einem normalen Winter. Für Joachim Reif
geht der Arbeitstag zu Ende. „Alle Straßen waren frei, mal sehen, wie
lange das so bleibt, sagt der Straßenwärter. Wenn es ordentlich schneit,
schafft es eine Schicht nicht einmal ganz herumzukommen. „Dann setzen
wir Prioritäten“, sagt Johannes Kunze.
Ziel sei es aber jeden Morgen, dass die Straßen gegen sechs Uhr wieder
befahrbar seien. Eventuelle Wetterkapriolen versuchen die Mitarbeiter
der Straßenmeisterei möglichst schon im Vorfeld zu erkennen. „Wir
bekommen täglich mehrmals einen Wetterbericht, dazu kommt unser Gefühl -
dann stimmt die Vorhersage schon“, sagt der Chef der Straßenmeister
schmunzelnd. Deshalb lautet sein Tipp für die kommenden Tage auch: Es
bleibt weiter weiß.
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