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Einkommensrunde 2009
Schon mitten drin
„Breit aufstellen“ hat Frank Stöhr, 1.
Vorsitzender der dbb tarifunion, in der Oktoberausgabe des
tacheles gefordert. Gemeint war ein möglichst einheitlicher Auftritt der
Statusgruppen, um die berechtigten Forderungen von Arbeitnehmern und
Beamten geschlossen vorzutragen und geschlossen durchzusetzen.
Verhandlungsbereit
Nach der Forderungsfindung am 8./9. Dezember 2008
folgen im Januar und Februar 2009 drei Verhandlungstermine mit der
Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL). Im Optimalfall wird also bis
Mitte Februar 2009 ein Tarifergebnis auf dem Tisch liegen. Im
Optimalfall. Vielleicht aber auch nicht. Dann kommt es zu weiteren
Verhandlungsrunden und möglicherweise auch zu Aktionen und
Arbeitskampfmaßnahmen. An dieser Stelle muss die dbb tarifunion einen
Spagat wagen. Natürlich ist sie als Tarifpartner unbedingt
verhandlungsbereit, natürlich sind zügige, abschlussorientierte
Tarifverhandlungen mit einem guten Ergebnis oberstes Ziel unserer
Politik. Ist es da nicht kontraproduktiv, andauernd den Teufel – sprich
Arbeitskampf – an die Wand zu malen? Gelegentlich, zuletzt während der
Einkommensrunde 2008 polemisierten manche Arbeitgeber gegen erkennbar
werdende Vorbereitungen der Gewerkschaften zu Aktionen und
Arbeitskämpfen.
Wenn du den Frieden willst ...
Dem ist entgegenzuhalten, dass die alte Weisheit,
wonach derjenige, der den Frieden wolle, für den Krieg rüsten müsse,
trotz des martialischen Klangs auch für eine moderne Tarifpolitik im 21.
Jahrhundert Gültigkeit hat. Letztlich hat gerade der Abschluss im
Frühjahr 2008 gezeigt, dass geschlossen auftretende Gewerkschaften,
deren Wille zu Aktionen gut sichtbar ist, eher einen Tarifkompromiss
erreichen, als Gewerkschaften, die darauf verzichten, die
Entschlossenheit ihrer Mitglieder zu demonstrieren. Und hier sind wir
schon mitten drin in den Vorbereitungen. Dabei geht es längst nicht nur
um Arbeitskampf. Natürlich füllt die dbb tarifunion in diesen Wochen
ihre Magazine mit neuen Fahnen, Pfeifen und Streikwesten auf. Aber es
geht um deutlich mehr.
Kommunikationswege pflegen
Die Kommunikationsstränge müssen vorbereitet
werden. Es gibt nicht den einen Strang. Viele Wege sind zu beschreiten.
Da ist zunächst das mittlerweile schon fest etablierte Sonderheft zur
Einkommensrunde, in dem die Forderung und die allgemeine tarifpolitische
Situation vorgestellt werden. Das Heft erscheint Mitte Dezember 2008.
Rasant angestiegen ist zuletzt auch die Nutzung der entsprechenden
Sonderseiten des dbb (www.dbb.de) und der dbb tarifunion (www.tarifunion.dbb.de)
im Internet. Dort wird aktuell, kurzfristig und ausführlich über den
Verhandlungsstand und mögliche Aktionen berichtet. Es ergänzt so die
Informationen durch die Flugblätter „dbb aktuell“, die regelmäßig über
den Verhandlungsstand berichten.
Die Kommunikation muss aber auch zwischen den
Menschen unmittelbar stattfinden. Aus diesem Grund veranstaltet die dbb
tarifunion Streikseminare und besucht die Tarifkommissionen in den
Landesbünden. Auch hier gilt: Wir sind schon mitten drin in den
Vorbereitungen.
Zusammenarbeit fortsetzen
Nach dem erfolgreichen Verlauf der Einkommensrunde
2008, bei der ver.di und dbb erstmals gemeinsam verhandelt haben, wurde
von beiden Gewerkschaften beschlossen, diese Zusammenarbeit im Jahre
2009 bei der Einkommensrunde im Länderbereich fortzusetzen. Diese
Fortsetzung ist ebenfalls unter dem Motto „Breit aufstellen“ zu
verstehen. Es geht darum, dass möglichst viele Betroffene eine Sprache
sprechen und eine Forderung unterstützen. „Breit aufstellen“ ist also im
Jahr 2009 nach innen gemeint, wenn es darum geht, dass Beamte und
Arbeitnehmer gemeinsam die Einkommensforderungen unterstützen und es ist
nach außen hin gemeint, wenn dbb und ver.di erneut deutlich machen, dass
die Beschäftigten in der Lage sind, gemeinsame Ziele gemeinsam zu
vertreten.
Es kommt auf jeden an
Jedoch: Egal, wie viel vorbereitet, gedruckt,
kommuniziert und „breit aufgestellt“ wird, letztlich kann die
Einkommensrunde 2009 nur dann ein Erfolg werden, wenn jeder, der
betroffen ist, sich auch betroffen fühlt. Wenn wir ein gutes und
einheitliches Ergebnis wollen, müssen wir auch einen guten und
einheitlichen Auftritt hinlegen. Es kommt auf jeden Einzelnen an. Es
reicht nicht, wenn ich still und heimlich solidarisch mit dem Kollegen
bin, der für mich mitdemonstriert. Das muss ich schon selber tun!
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VDStra.-Landesverbände














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