Weiteres Spitzengespräch in Hessen
Beamtenmodell keine Lösung für Tarifbereich
Anfang Mai waren die fachlichen Sondierungsgespräche
über die Aufnahme von Verhandlungen für einen Tarifvertrag für Hessen
ins Stocken geraten, da die Arbeitgeberseite noch internen
Klärungsbedarf hatte. Um ein Weiterkommen in der Sache zu ermöglichen,
hat nun ein weiteres Spitzengespräch zwischen Frank Stöhr, Chef der dbb
tarifunion, und dem Hessischen Innenminister Volker Bouffier
stattgefunden.
Stöhr hat in diesem intensiven Gespräch nochmals
darauf hingewiesen, dass Ziel der dbb tarifunion ist, in Hessen einen
TV-L zu vereinbaren. Hessens Landesbeschäftigte dürften nicht länger von
der übrigen Tarifentwicklung in Deutschland abgekoppelt sein. Ein
Umklappen der in Hessen vereinbarten beamtenrechtlichen Regelungen auf
den Tarifbereich komme für die dbb tarifunion nicht in Frage. Vielmehr
gehe es der dbb tarifunion darum, auch mit Hessen ein zukunftsfähiges
Regelwerk zu vereinbaren, das langfristige Tarifperspektiven für die
Landesbeschäftigten biete.
Weiterhin wurden die sogenannten „Big-Points“
einer möglichen Tarifeinigung vertieft. Insbesondere ging es hier um die
Themenbereiche Arbeitszeit, lineare Erhöhung, Einmalzahlungen,
Sonderzahlungen und leistungsorientierte Bezahlung. Bouffier betonte
seinen Wunsch nach hessenspezifischen Lösungen. Stöhr wies darauf hin,
dass die dbb tarifunion bereit sei, hessenspezifische Besonderheiten zu
prüfen. In jedem Fall sei hier aber die mit Bund und Kommunen
vereinbarte sogenannte Meistbegünstigungsklausel zu beachten.
Um dem Ziel einer für die Hessischen
Landesbeschäftigten positiven Tarifeinigung näher zu kommen, haben Stöhr
und Bouffier vereinbart, die Sondierungsgespräche auf Fachebene
fortzuführen. Erklärtes Ziel ist es, noch im Sommer eine Entscheidung
über die Frage der Aufnahme von Tarifverhandlungen herbeizuführen.
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